Ostfriesische Landschaft

Kurzgrammatik für das ostfriesische Plattdeutsch

1.6.2 Modalverben

Modalverben sind Verben, die die Bedeutung eines Satzes bestimmen. Sie stehen in der Regel in Verbindung mit einem Vollverb, wobei das Vollverb im Infinitiv am Ende des Satzes steht. Modalverben bestimmen die Aussage eines Satzes, indem sie den Aussagewert des Vollverbs verändern.

Die Modalverben im ostfriesischen Plattdeutsch sind könen (können), mutten/möten (müssen), düren (dürfen), mögen (mögen), sallen/sölen (sollen), willen (wollen). Die Konjugationsformen der Verben sallen, willen und düren können gleichwertig verwendet werden.

Beispiel für den Einfluss eines Modalverbes auf die Aussage eines Satzes:

  • Focko kann schöfeln. (Focko kann eislaufen.)
  • Focko mutt schöfeln. (Focko muss eislaufen.)
  • Focko dürt schöfeln. (Focko darf eislaufen.)
  • Focko mag schöfeln. (Focko mag eislaufen.)
  • Focko sall schöfeln. (Focko soll eislaufen.)
  • Focko will schöfeln. (Focko will eislaufen.)

Der Infinitiv am Ende des Satzes ist in manchen Fällen auch entbehrlich.

Beispiel: Dürt he en Banaan? (Darf er eine Banane?) statt Dürt he en Banaan eten? (Darf er eine Banane essen?)

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