Ostfriesische Landschaft

Grammatik

1.10.2.1 Konjunktiv I

Der Konjunktiv I ist eine Verbform, die hauptsächlich zur Wiedergabe der indirekten Rede benutzt wird. Sie wird verwendet, wenn die Aussage einer anderen Person wiedergegeben werden soll, ohne diese Person direkt zu zitieren. Für den Konjunktiv I (indirekte Rede) im Präsens wird die Indikativform des Präsens benutzt, dem als einleitende Formel z. B. se seggt, he schrifft oder Vader meent (Präsensform) vorangestellt wird:

Beispiele für den Konjunktiv I (indirekte Rede) im Präsens:

  • Se seggt, dat hör dat spieten deit. (Sie sagt, dass es ihr leid täte.)
  • He schrifft, he kummt later. (Er schreibt, er komme später.)
  • Vader meent, he ett an leevsten Arvten. (Vater meint, er äße am liebsten Erbsen.)

Für den Konjunktiv I (indirekte Rede) im Präteritum wird die Indikativform des Plusquamperfekt benutzt, dem als einleitende Formel z. B. se see, he schreev oder Vader meende (Präteritumform) vorangestellt wird:

Beispiele für den Konjunktiv I (indirekte Rede) im Präteritum:

  • Se see, hör Keerl weer güstern temelk duun west. (Sie sagte, ihr Mann wäre gestern ziemlich betrunken gewesen.)
  • He schreev, sien Reis harr hum good gefallen. (Er schrieb, seine Reise hätte ihm gut gefallen.)
  • Vader meende, he weer lest Week düchtig verkollen west. (Vater meinte, er wäre letzte Woche sehr erkältet gewesen.)
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